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01.05.2016, 14:19 Uhr
700 Jahre Bad Freienwalde - Marwitz hält Festrede
Anlässlich der ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt Bad Freienwalde vor 700 Jahren lud die Gemeinde zum Festakt am 30. April in die Konzerthalle Sankt Georg. Der Bundestagsabgeordnete Hans-Georg von der Marwitz hielt dabei die Festrede.
Festrede anlässlich der 700-Jahrfeier der Stadt Bad Freienwalde in der Konzerthalle St. Georg am 30.04.2016

„Freienwalde ist ein Badeort, eine Fremdenstadt und trägt es auf Schritt und Tritt zur Schau; was ihm aber ein ganz eigentümliches Gepräge gibt, das ist das, daß alle Bade- und Brunnengäste, alle Fremden, die sich hier zusammenfinden, eigentlich keine Fremden, sondern märkische Nachbarn, Fremde aus nächster Nähe sind. Dadurch ist der Charakter des Bades vorgeschrieben. Es ist ein märkisches Bad und zeigt als solches in allem jene Leichtbegnüglichkeit, die noch immer einen Grundzug unseres märkischen Wesens bildet.“

Meine Damen und Herren, so beschrieb Theodor Fontane vor 150 Jahren die Stadt Freienwalde, vielseitig, wandelbar, schmuck und doch „leichtbegnüglich“. Viel hat sich seitdem verändert. Die „Postchaise mit Ledergeruch“, mit der Fontane seinerzeit anreiste, gehört längst der Vergangenheit an, genauso wie der Gesundbrunnen.

Dennoch stellen wir heute fest, Bad Freienwalde bewahrt sich seine Geschichte, von den Uchtenhagens über die goldene Jahre der Bäderkultur, dem Andenken an die gekrönten Häupter, die hier residierten, und an Walther Rathenau.

700 Jahre Bad Freienwalde bieten Anlass zur Rückschau und die Möglichkeit zur Erinnerung an die wechselhafte Historie der Stadt.

Nach meinen Vorbereitungen für diesen Vortrag kann ich deshalb allen Freienwaldern und Gästen den Blick in die Ortschronik wärmstens empfehlen.

Gerade die historischen Brüche in der Neuzeit lassen erkennen, warum sich die Stadt in dieser Weise entwickelt hat. Verwaltungs- und Kulturgeschichte, Einwohner- und Wirtschaftsentwicklung, aber auch die Geschichte der Stadt im Gefüge des Nationalsozialismus oder die Rolle der SED-Parteiendiktatur geben Aufschluss über die Gegenwart.

Ich selbst habe sehr lebhafte Erinnerungen an Bad Freienwalde, als ich 1990 die Stadt zum ersten Mal besuchte. Eine Stadt im Dornröschenschlaf. Verwitterte, teils zugewucherte Fassaden, deren einstige Schönheit und Stattlichkeit noch erahnbar waren. Ausgewachsene und verwilderte Gärten und Parkanlagen, wenige Restaurants und Kneipen mit ihrer ganz eigenwilligen Gastlichkeit und nicht zuletzt das sozialistische Einheitsgrau.

Doch frei nach Egon Bahr fand in den vergangenen Jahren auch in Bad Freienwalde ein „Wandel durch Annäherung“ – und zwar an die eigene Geschichte – statt.

Heute erleben wir wieder eine märkische Kleinstadt mit viel Charme und Authentizität.

Als hier Lebender im äußersten Osten des Landes freue ich mich sehr, wenn ich zu Ihnen nach Bad Freienwalde eingeladen werde. Das Altstadtfest, Veranstaltungen auf der Skischanze, in der Konzerthalle, in ihrer wunderschönen Kirche, das Oderlandmuseum, die Köhlerei, das Freilichtmuseum Altranft oder das Haus der Naturpflege, – ich bin gerne bei ihnen und ich bin das, was man neudeutsch als positiven Kommunikator bezeichnet.

Als Kreistagsabgeordneter bin ich außerdem nicht nur über die kommunale Trägerschaft der Rehaklinik mit Ihrer Heimatstadt verbunden.

Vor dem Hintergrund der Entwicklungen in den letzten 25 Jahren möchte ich Ihnen gerne bestätigen, Bad Freienwalde hat sich gemacht. Sicherlich war diese Entwicklung nicht frei von Rückschlägen und neuen Herausforderungen. Trotzdem hat die Sanierung der historischen Substanz nachdrücklich gewirkt. Schließlich ist gerade die Geschichte und der Status als Heil- und Bäderstadt ein Pfund, mit dem Bad Freienwalde wuchern kann.

Ganz konservativ sage ich Ihnen gerne, woran man als Besucher die Situation, oder wenn Sie so wollen, das Befinden einer Kommune erkennen kann. Sie schauen sich das Rathaus, den Marktplatz und die Kirche an. Daran erkennen Sie, wie es um den Ort bestellt ist. Bröckelt der Putz, treffen Sie auf verschlossene Türen, haben Sie überhaupt Problem, sich in der Stadt zurechtzufinden, dann liegt etwas im Argen. Das wird dem Besucher manchmal eher klar als den Alteingesessenen.

Bad Freienwalde hat seine Hausaufgaben gemacht. Mit Unterstützung von Bund und Land wurde umfangreich saniert. Die Türme der Bergstadt, wie Fontane die Stadt auch beschrieb, bieten einen fantastischen Ausblick auf die Region. Aber auch das Kurviertel und das Schloss mit der Walter-Rathenau-Gedenkstätte erstrahlen in neuem Glanz.

Gleichzeitig, auch darauf darf die Stadt stolz sein, wurde kräftig in Sportstätten, Jugend- und Kultureinrichtungen investiert. Ebenso konnten Sie Ihr Gymnasium halten. Und Sie verfügen über einen gut gefüllten Veranstaltungskalender.

Größter Erfolg der jüngsten Stadtgeschichte war aber unzweifelhaft die vorläufige Verleihung des Titels „Staatlich anerkanntes Moorheilbad“ im Jahr 2003. Ein besonderes Prädikat, das nur acht Kommunen in Brandenburg führen.

Der Bäderbetrieb ist für den Ort eine historische Konstante seit dem späten 17. Jahrhundert. Mehr als 300 Jahre Kurgeschichte haben Bad Freienwalde geprägt, das können Sie ebenfalls bei Theodor Fontane nachlesen:
„Der Ruf von der Heilkraft des Brunnens verbreitete sich bis in ferne Gegenden und im Jahre 1685 fanden sich 1.500 Gäste in Freienwalde zusammen“, so beschreibt der Dichter den Beginn der „glänzenden Tage“.

Der preußische König Friedrich Wilhelm II. fand besonderen Gefallen an der Stadt und errichtete hier zusammen mit seiner zweiten Gattin Königin Friederike Luise 1789/90 ein Landhaus.

Bei Historikern ist der Erbe des Alten Fritzes oft als der unbedeutendste aller preußischen Könige verrufen. Für die Stadt war er ein Glücksfall. Mit Friedrich Wilhelm II. zog der Berliner Hof nach Freienwalde und mit ihm kamen namhafte Architekten, Garten- und Landschaftsbauer.

Freienwalde war Teil des goldenen Zeitalters um 1800 als Preußen auch kulturell zu den europäischen Mächten aufschloss. Langhans, Gilly, Lenné machten sich daran, die Stadt zu gestalten und Romantik und Klassizismus hielten Einzug.

Nach dem Tode des Königs blieb die Königin Friederike Luise – Freienwalde wurde zum Witwensitz. Doch das tat dem Aufschwung keinen Abbruch. Es wurde weiter gebaut, gegärtnert, Empfänge wurden gehalten und zuweilen war auch die königliche Familie aus Berlin zu Gast. Fontane lässt uns daran teilhaben, wenn er schreibt:

„Die königliche Frau, ausharrend in ihrer Liebe für die Stadt, der sie seit Jahren ihre besondere Gunst geschenkt hatte, fuhr mit regem Eifer fort, sich die Verschönerung Freienwaldes angelegen sein zu lassen und besonders die Landschaft durch Zugänglichmachung ihrer schönsten Punkte zu erschließen.“

Doch mit dem Tode der Königswitwe ebbte diese Entwicklung ab. Eine neue Zeit brach an. Längst machte sich Napoleon daran, Europa neu zu ordnen. Die feudale Ordnung war schwer erschüttert und auch in Freienwalde war dies zu spüren.

In seinem Reisebericht fährt Fontane lapidar fort:
"Schloß Freienwalde ist jetzt unbewohnt. Von Zeit zu Zeit hat es freilich noch seine Gäste, aber Laune und Zufall gefallen sich darin, die sommerliche Villa vor allem zu einem winterlichen Jagdschloß zu machen.“ Die alten Zeiten waren nunmehr Erinnerung. Nostalgie machte sich breit.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Zeit des Heilbades vorüber, die gekrönten Häupter kamen nicht länger zu Besuch und der Adel als Patron für den Kurbetrieb zog sich zurück. Doch auch schon damals zeigte man sich erfinderisch, etwa als die Stadt die Badeanstalt vom Königshof erwarb.

Sie werden sich erinnern, dass wir 2012 eine ähnliche Diskussion führten und der Kreis schließlich die Kurklinik übernahm, um die Zukunft des Heilbades zu sichern. Die Parallelen sind frappierend.

Nur wenige Jahre später führten die Freienwalder 1840 als Neuerung das „Moorbad“ ein. Die Zusammensetzung der sog. Schlammbäder war ein gut gehütetes Geheimnis, das die Stadtoberen im Stadttresor deponierten. Diese Anekdote zeigt wie Erfindungsreichtum und Marketing schon damals einhergingen.

Brunneninspektor Strebel und Bürgermeister August Graßmann zogen an einem Strang und sicherten so die Zukunft des Standortes, so würde man heute sagen.

Darauf folgten die Einrichtung eines Gymnasiums 1863 und die Anbindung an die Eisenbahn 1876. Freienwalde war der Anschluss an das industrielle Zeitalter gelungen. Und musste dafür kräftig in die Tasche greifen. Mit umfangreichen Anleihen finanzierten die Stadtväter diese Meilensteine der Stadtgeschichte. Aber das vorrausschauende Handeln in die Zukunft setzte Signale.

Gleichzeitig versäumten es die Freienwalder nicht, Talente anzuwerben und zu fördern. Exemplarisch dafür steht die Biographie Ihres Heimatdichters Karl Weise.

Im Alter von 29 Jahren zog der gebürtige Hallenser nach Berlin und erlernte dort das Drechslerhandwerk. Um eine Krankheit auszukurieren, kam Weise mit 33 Jahren schließlich nach Freienwalde. Weise erinnerte sich:
„Ein prächtiger Frühlingssonntag lockte auch mich hinaus, und das für einen Tag erwählte Ziel war ein von Wald und Wiesen umgrenztes Städtchen in der Mark. Bei seinem Anblick begann mein Herz nach langer, trüber Zeit wieder einmal freudig zu schlagen […].
Des Schicksals Fügungen sind wunderbar. An diesem Tage hörte ich nicht nur, daß hier ein Meister meiner Profession unbedingt fehle und […] ich traf auch mit dem Bürgermeister des Städtchens zusammen, der dies entschieden bestätigte. Als ich am Abend den Ort verließ, rief ich ihm ‚Auf Wiedersehen‘ zu.“

Der Handwerksmeister und literarische Autodidakt wurde Freienwalder und erwarb sich mit seiner volkstümlichen Dichtung in den folgenden Jahren einen ausgezeichneten Ruf als Volksdichter. Für Freienwalde hatte sich die Anwerbung von Bürgermeister Graßmann durchaus bezahlt gemacht, Weise zog andere Persönlichkeiten in die Stadt und wurde vom preußischen König protegiert.

Eine gewonnene Größe zieht ein Dutzend nach. Damals so wie heute waren Visionäre gefragt, Talente, die unsere Region befruchten. Daran hat sich nichts geändert – Bad Freienwalde braucht solche Pioniere auch in Zukunft.

Mit all diesen Neuerungen fand sich im 19. Jahrhundert auch eine neue Zielgruppe für den Kurbetrieb: das aufstrebende Berliner Bürgertum bescherte Freienwalde eine Renaissance. Industrielle, Wissenschaftspioniere, Verleger, Ingenieure, Ärzte und Bankiers traten bereitwillig und stolz die Nachfolge der adligen Kurgäste an, mit großem Interesse an der Geschichte des Ortes und den Einrichtungen der vergangenen Tage.

Bestes Beispiel dafür ist die Biographie Walther Rathenaus.
Der AEG-Erbe, Idealist und Politiker erwarb 1909 das verfallene Freienwalder Schloss und richtete dort mit großem finanziellen Aufwand und viel Liebe zum klassizistischen Charakter des Gebäudes seinen Sommersitz ein.

Der Außenseiter Walther Rathenau, dem wegen seiner jüdischen Abstammung in Preußen die Offizierslaufbahn versagt blieb, stand wie kein zweiter für die Versöhnung der königlichen Vergangenheit mit der bürgerlichen Gegenwart.

Fünf Jahre nach der Ermordung des Außenministers Walther Rathenau schrieb der Dichter Gerhart Hauptmann 1927 über seinen Freund und das Schloss:
„Das Geschenk dieser Perle märkischer Kultur an die liebliche Stadt Freienwalde bedeutet die Verwirklichung der rettenden Idee Walther Rathenaus. Aus dem zerbröckelnden Denkmal des Königtums wurde in seiner Hand ein königliches Geschenk an das Bürgertum.

So wie auch wir in glücklicher Zeit, stehen nun die gastfreien Pforten von Park und Schloss Freienwalde allen offen, ein Segen für viele Generationen, der seinem Donator zum schönen, dauernden Denkmal werden möge.“

Doch blieb den Freienwaldern und ihren Gästen diese Möglichkeit auf lange Sicht versagt. Der Aufstieg des Nationalsozialismus und der Abstieg Deutschlands in die Barbarei zogen einen Schlussstrich und bedeuteten einen Bruch mit Geschichte und Tradition des Ortes.

Das Leben des Bad Freienwalder Ehrenbürgers Hans Keilson weist auf dieses dunkle Kapitel der Stadtgeschichte.

Hans Keilson, 1909 als Sohn eines jüdischen Textilhändlers in Bad Freienwalde geboren, zeigte bereits früh ein breitgefächertes kulturelles und musikalisches Interesse. In seinem ersten autobiographischen Roman „Das Leben geht weiter“ von 1933 beschreibt er seine Heimat:
"Die Stadt lag weithin sichtbar am Rande des unermesslichen Flachlandes, lang ausgestreckt zu Füßen einer Hügelkette. Vor unzähligen Jahren, in sagenhaften Zeiten, schleppten gewaltige Eisschollen Schutt, Geröll, Erdmassen mit sich […].
Heute wellten sich sanfte Hügel, bestanden von düsteren Tannen, schlanken Birken, herben Buchen, aus dem Boden kamen heilkräftige Wasser, und die Erde brachte sich selbst zum Geschenk.“

Doch nur ein Jahr später wurde das Buch von den Nazis verboten und sollte erst 50 Jahre später wieder in Deutschland aufgelegt werden. Die New York Times bezeichnete den gebürtigen Freienwalder als Genie, seine Bücher als Meisterwerke. In einem Interview, wenige Wochen vor seinem Tod, äußert sich der 101-Jährige zu seinem späten literarischen Ruhm: „Ja, ich kann es selbst kaum fassen. Ein kleiner Junge aus Bad Freienwalde, ja.“

Auch das ist Bad Freienwalde: von den Nationalsozialisten schon früh als „Judenbad“ geschmäht, fassten die Nazis hier schnell Fuß. Bereits 1928 trat Joseph Goebbels im örtlichen NSDAP-Parteilokal als Propagandaredner auf. Die Folgen des totalitären Wahns für Deutschland sind bekannt.

Auch in Bad Freienwalde wurden jüdische Mitbürger drangsaliert, entrechtet, vertrieben und schließlich verschleppt und ermordet. Die Kurgäste aus dem jüdischen Bürgertum blieben aus. Nazigrößen kamen dafür. Reichsaußenminister Ribbentrop erwarb 1936 das Gut Sonnenburg und nutzte es zur Pferdezucht.

Hans Keilson, der bereits als Schüler antisemitische Übergriffe erleben musste, war 1936 in die Niederlande geflohen. In einem Interview über seine Jugend sagte Keilson:
„Ich bin aufgewachsen in Bad Freienwalde an der Oder. Ich war das dritte Kind meiner Eltern. Mein Vater hatte ein kleines Manufakturwarengeschäft. Er wurde im Ersten Weltkrieg als Soldat eingezogen und bekam das Eiserne Kreuz. Dafür ist er dann in Auschwitz ermordet worden, durch Hitler.“

Keilson kehrte nicht aus dem Exil zurück, wurde als Psychoanalytiker berühmt und war sein Leben lang als Schriftsteller tätig. Bad Freienwalde besuchte er später häufig. Über seine Heimat schreibt er: „Die Landschaft, in der man geboren und aufgewachsen ist, kann man nicht hassen. Sie erscheint wieder in Träumen – die Landschaft der Träume ist die Landschaft der Kindheit“

Nach dem furchtbaren Wüten der Nationalsozialisten, mehreren Plünderungen vor und nach dem Krieg und der Vernachlässigung während der DDR erstrahlt die Stadt heute wieder in neuem Glanz.

Und ebenso wie damals nach dem Erwerb des Schlosses durch Walther Rathenau haben wir heute wieder die Möglichkeit, Gegenwart und Vergangenheit zu versöhnen, uns der Historie anzunähern und in diesem Bewusstsein in die Zukunft zu schauen. Tradition im besten Sinne ist nicht das Konservieren der Asche, sondern das Bewahren des Feuers!

Zwischen Weltbürgertum und märkischer Provinzialität, mal Refugium mal Exil – die Geschichte Freienwaldes, seiner Einwohner und Gäste bewegt sich seit jeher zwischen den Polen.

Heute steht Bad Freienwalde freilich vor ganz anderen Herausforderungen. Vor 300 Jahren als es noch die Fürsten und später das Berliner Bürgertum nach Bad Freienwalde zog, hätte niemand geahnt, welche Diskussionen über die Stadtentwicklung wir heute führen würden.

Mit dem Beginn des 21. Jahrhunderts stehen wir wieder am Beginn einer Zeitenwende. Alte Fragen über die Zukunft des Standortes werden neu gestellt. Ein Blick in die sanierte Altstadt zeigt: Bad Freienwalde hat sich dieser Aufgabe angenommen. Ein Besuch der Internetseite Bad Freienwaldes zeigt, dass die Stadt sich zu präsentieren weiß. „Gesund und aktiv“ lautet das Motto und geboten wird ein gut sortiertes Service-Portal, das die Besucher einlädt.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten, da müssen wir ehrlich bleiben. Kommunalreformen und sinkende Einwohnerzahlen hinterlassen auch in Bad Freienwalde ihre Spuren. Gleichzeitig stehen Stadtverordnete und Bürgermeister immer wieder vor der Aufgabe, laufende Kosten und Investitionen zu schultern.

Vor diesem Hintergrund geht die scheinbar unendliche Geschichte um den Abriss der Brücke schon ins fünfte Jahr. Bereits im September 2012 wandte ich mich mit einem persönlichen Schreiben an den damaligen Verkehrsminister Peter Ramsauer und warb um Unterstützung für den Abriss. Heute sind wir endlich einen Schritt weiter. Die Bewertung des Landesfachbeirates für Kur- und Erholungsorte hängt noch wie ein Damoklesschwert über der zukünftigen Entwicklung der Kurstadt. Aber es scheint schon hell am Ende des Tunnels. Wichtig ist mir eins:

In allen Diskussionen darf es nicht um die Hoheit des Rechthabens gehen, sondern um die Faszination des Gestaltens. Der Blick zurück in glanzvolle Zeiten kann Ihnen helfen, einer Renaissance des Kurortes den Weg zu bereiten.

Ich möchte Ihnen Mut machen, orientieren Sie sich an den richtungsweisenden Entscheidungen Ihrer Vorgänger. Auf meine bange Frage nach Sicherheit im Vorfeld meiner Entscheidung, 1990 vom Allgäu nach Brandenburg zu ziehen antwortete mir ein väterlicher Freund, -übrigens 1955 letzter Heimkehrer aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft- „Mein lieber Marwitz, die Vorsicht rät zum Abwarten, die Klugheit kann ihnen anderes gebieten.“

Der 700. Stadtgeburtstag sollte Anlass geben, über die Zukunft von Bad Freienwalde nachzudenken. Bleiben Sie nicht auf halbem Wege stehen, überzeugen Sie sich im Stadtbild von den Fortschritten der vergangenen Jahre!

Werben Sie, frei nach Hermann Hesse, um Geister und Männer (natürlich auch Frauen), die der Stadt Zukunft verbürgen.

Damit sind wir wieder bei den Visionären. Zum Thema Kurhotel – wenn ein Ressort wie die Bleiche im Spreewald bestehen kann, dann sollte dies auch in einer Bäderstadt vor den Toren Berlins möglich sein. Vielleicht kann sich ein Investor für die Planung eines „Adlon“ in dieser Stadt begeistern?, dem Badeort verpflichtet, mit Anspruch und weltgewandter Gastlichkeit.

Bad Freienwaldes Entwicklung hängt eng mit der Entwicklung der Hauptstadt Berlin zusammen. Ein Schicksal – wenn man es denn so verstehen will – das die Stadt mit einem Großteil der Kommunen in Brandenburg teilt. Der Verkehr auf der B 158 ist ein Gradmesser dafür. Doch im Gegensatz zu anderen märkischen Städten ist diese Erfahrung für Bad Freienwalde nicht neu.

Schon seit jeher profitierte die Kleinstadt vom Austausch mit der Metropole. Ärzte, Künstler, Politiker und Intellektuelle pendelten gerne zwischen der Sommerfrische in den Weiten der Mark und der Großstadt an der Spree.

Schon vor diesem Hintergrund sollten Sie Ihr Augenmerk auf die Situation in Berlin richten. Auch wenn Bad Freienwalde alsbald kein Teil des Berliner Speckgürtels werden wird, so kann es doch im Zeitalter der Mobilität profitieren, indem es sich als attraktive Alternative anbietet. Eine Alternative für den Wochenendausflug, als Sommerquartier, als Alterssitz oder eben als Gesundheits- und Rehadienstleister.

Seien Sie stolz und bleiben Sie zuversichtlich, das möchte ich Ihnen mit auf den Weg geben.

Werben Sie mit den Pfunden Ihrer Stadt und suchen Sie sich Verbündete in diesem Bestreben. Und vor allem: investieren Sie in die Zukunft!

Nutzen Sie diesen schönen Anlass, den 700. Geburtstag Ihrer Stadt, und feiern Sie mit Ihren Gästen.

Herzlichen Glückwunsch und Gottes reichen Segen für Sie heute und für die kommenden Generationen.

Zusatzinformationen
aktualisiert von Axel Metzler, 11.05.2016, 14:34 Uhr

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